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Lisa
Sophie Krüger

Pferd und Reiter zusammenbringen und sie so unterstützen, dass sie gemeinsam gesund bleiben.

Lisa Sophie Krüger
Pferdewirtschaftsmeisterin, Schwerpunkt klassische Reitausbildung

Unterstützt Reha-Patienten beim Antrainieren.

Betont die Bedeutung des Aquatrainings für den Muskelaufbau vor dem Reitertraining.

Ausbildung

  • Dreijährige Berufsausbildung zur Pferdewirtin (klassische Reitausbildung) auf dem Landgestüt Warendorf
  • Auszeichnung mit der Stensbeck-Plakette
  • Meisterprüfung Anfang 2020

Angebote

  • Unterricht
  • Beritt
  • Turnierbegleitung
  • Turniervorstellung
  • Lehrgänge

Warum das
alles zählt

Warum Fortbildung hier so viel Raum einnimmt

Pferdefütterung ist kein abgeschlossenes Wissensgebiet. Die maßgeblichen Bedarfswerte wurden zuletzt 2014 grundlegend überarbeitet — von der verdaulichen auf die umsetzbare Energie, mit teils erheblich veränderten Zahlen. Wer nach älteren Tabellen rechnet, rechnet falsch.

Dazu kommen Themen, die in der Praxis immer häufiger auftauchen: EMS, Insulinresistenz, PSSM, Kotwasser, Magengeschwüre. Für jedes davon gilt eine eigene Fütterungslogik, und für keines reicht Erfahrung allein.

Wie eine Beratung entsteht

Am Anfang steht kein Rechner, sondern ein Anamnesebogen: Vorgeschichte, Erkrankungen, Behandlungen, Ziel. Dazu Haltung und Bewegung — beides verändert den Energiebedarf erheblich, ein Pferd im Offenstall liegt rund 20 % über einem ruhig stehenden Boxenpferd.

Dann kommt das Pferd selbst: Maße, Ernährungszustand nach Body Condition Score, Palpation von Kaumuskulatur, Atlas, Schlund-Magenübergang, Widerrist, Sattel- und Gurtlage sowie Dünn-, Dick- und Blinddarm. Angesehen werden außerdem Muskulatur, Fell, Hufe, Zähne, Augen, Haut, Atmung und Verhalten.

Erst danach wird gerechnet. Die Reihenfolge ist kein Zufall — vieles am Pferd zeigt ein Fütterungsproblem früher als jede Bilanz.

Was die Weiterbildungen praktisch bedeuten

Fütterungswissen veraltet. Die GfE hat 2014 die Proteinbewertung umgestellt — vom Rohprotein auf das präzäkal verdauliche Rohprotein — und damit eine über Jahrzehnte eingeübte Rechenweise ersetzt. Wer danach nicht nachgeschult hat, rechnet bis heute anders.

Ähnliches gilt für Biotin: Die GfE 2014 spricht dafür keine Bedarfsempfehlung mehr aus. Empfehlungen, die noch auf dem alten Stand beruhen, sind deshalb nicht bösartig, sondern schlicht überholt.

Deshalb stehen die besuchten Schulungen hier einzeln — sie sind die Antwort auf die Frage, auf welchem Stand hier gerechnet wird.

Woran Sie eine belastbare Beratung erkennen

Vier Fragen helfen weiter, ganz gleich, an wen Sie geraten.

Wird das Pferd angesehen und angefasst? Ernährungszustand lässt sich nicht am Foto beurteilen — ein dichtes Winterfell verdeckt zwei Punkte auf der neunstufigen Skala mühelos. Wer ohne Palpation eine Diät verordnet, rät.

Wird nach dem Heu gefragt? Heu macht bei den meisten Pferden den größten Teil der Ration aus. Eine Beratung, die nur über Kraftfutter spricht, lässt den wichtigsten Posten aus.

Werden Quellen genannt? Nicht als Zierde, sondern damit sich nachrechnen lässt, worauf eine Empfehlung beruht.

Verdient jemand am Ergebnis? Wer Futter verkauft und gleichzeitig berät, hat ein Interesse am Ausgang. Das muss nicht schaden — aber Sie sollten es wissen.

Was am Pferd angesehen wird

Zur Untersuchung gehören mehr Stellen, als die meisten erwarten. Getastet werden Kaumuskulatur, Atlas, der Übergang von Schlund zu Magen, Widerrist, Sattel- und Gurtlage sowie Dünn-, Dick- und Blinddarm.

Angesehen werden Muskulatur, Fell, Hufe, Zähne, Augen, Haut, Atmung und Verhalten. Jeder dieser Punkte kann ein Fütterungsproblem anzeigen, bevor eine Bilanz es tut — ausgeblichene Deckfarbe etwa ist ein Hinweis auf einen gestörten Kupferhaushalt, ein verhärteter Mähnenkamm auf eine Stoffwechsellage.

Vermessen werden Brustumfang und Körperlänge für das Gewicht, dazu Hals- und Bauchumfang. Die letzten beiden braucht niemand für die Rechnung — sie sind die Verlaufskontrolle für die kommenden Monate.

Warum am Ende ein Dokument steht

Eine mündliche Empfehlung im Stallgang hält bis zum nächsten Gespräch mit der Nachbarin. Ein Plan, der die Ausgangslage, die Rechnung und die Begründung jeder Änderung enthält, hält länger — und lässt sich mit dem Tierarzt besprechen.

Deshalb gehört zum Plan auch ein Futterzettel zum Aufhängen in der Futterkammer. Wer die Ration füttert, ist oft nicht, wer sie bestellt hat.

Und deshalb steht eine Messtabelle darin. Ob eine Ration wirkt, zeigt sich über Wochen am Pferd — nicht am Tag der Beratung.