Zum Inhalt springen

Futterberatung · nach GfE 2014

Erst gewogen,dann gefüttert

Unabhängig, wissenschaftlich und individuell — persönlich vor Ort oder online.

Weiter

Erst messen,
dann füttern

Die optimale Ernährung ist das Fundament für ein gesundes und zufriedenes Pferdeleben.

Jede Empfehlung wird gegen die Bedarfswerte der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie gerechnet — mit dem tatsächlichen Gewicht, dem Ernährungszustand und den Besonderheiten Ihres Pferdes. Was sich nicht belegen lässt, steht als offene Frage im Plan und nicht als Behauptung.

Umfang der
Beratung

  • Umfassende Anamnese
  • Gewichtsermittlung und Ernährungszustand
  • Bedarfsermittlung und Zieldefinition
  • Futtermittelempfehlungen
  • Blutbild- und Heuanalyse
  • Bewegungs- und Trainingsempfehlungen
  • Dokumentation
Pferde am Heu
Heu aus der eigenen Ernte
Das Heu, aus dem die Ration gerechnet wird

So läuft eine
Beratung ab

1 · Anamnese

Zuerst die Vorgeschichte: Was ist bisher passiert, welche Erkrankungen gab es, was wurde behandelt, was ist das Ziel. Dazu die Haltung — Box, Offenstall, Weidegang, Herde — und die Bewegung: wie oft, wie lange, wie intensiv.

Beides beeinflusst den Bedarf erheblich. Ein Pferd im Offenstall, das täglich mehrere Kilometer läuft, hat einen deutlich anderen Energiebedarf als dasselbe Pferd in der Box.

2 · Gewicht und Maße

Gewogen ist am genauesten. Wo keine Waage steht, wird gemessen: Brustumfang in der Gurtlage und Körperlänge von der Schulterspitze bis zum Sitzbeinhöcker. Daraus lässt sich das Gewicht auf etwa fünf Prozent genau berechnen.

Dazu kommen Halsumfang und Bauchumfang. Die braucht niemand für die Rationsberechnung — sie sind die Verlaufskontrolle. Wer in acht Wochen wissen will, ob sich etwas getan hat, misst dieselben Stellen noch einmal.

3 · Untersuchung am Pferd

Der Ernährungszustand wird nach dem Body Condition Score beurteilt, nicht nach Augenmaß. Dazu kommt die Palpation: Kaumuskulatur, Atlas, Schlund-Magenübergang, Widerrist, Sattellage, Gurtlage sowie Dünn-, Dick- und Blinddarm werden abgetastet.

Angesehen werden außerdem Muskulatur, Fell, Hufe, Zähne, Augen, Haut, Atmung und Verhalten. Vieles davon zeigt Fütterungsprobleme früher als jede Rechnung.

4 · Die bisherige Ration

Alles, was in den Trog kommt, wird erfasst — mit Menge und Zahl der Mahlzeiten. Auch Leckerli, Kräuter und Ergänzungsfutter, gerade die.

Anschließend wird gerechnet: Energie, Eiweiß, Mengen- und Spurenelemente, Vitamine. Grundlage sind die Empfehlungen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) 2014.

Fehlt für ein Futtermittel die Angabe, wird sie nicht auf null gesetzt. Stattdessen erscheint im Plan, was gesichert nachweisbar ist — als Untergrenze. Ein Rechner, der Lücken als Null verbucht, meldet Mängel, die es womöglich gar nicht gibt.

5 · Die neue Ration

Der Vorschlag wird gegen harte Grenzen geprüft: die Mindestmenge Raufutter, die Stärkemenge je Mahlzeit und je Tag, das Verhältnis von Calcium zu Phosphor, bei Stoffwechselpferden der Zucker- und Stärkeanteil der Gesamtration.

Verletzt ein Vorschlag eine dieser Grenzen, wird er nicht freigegeben. Das ist keine Formalie: Zu wenig Raufutter verursacht Magengeschwüre, zu viel Stärke auf einmal kann Hufrehe auslösen.

6 · Der Plan

Sie bekommen ein ausführliches Dokument: Ausgangslage, Maße, Befunde, die Auswertung der alten Ration, die neue Ration mit Begründung, Hinweise zur Umstellung, einen Futterzettel zum Aufhängen in der Futterkammer und eine Messtabelle für die kommenden Monate.

Geschrieben in normaler Sprache. Fachbegriffe stehen gesammelt auf der letzten Seite — für das Gespräch mit Ihrem Tierarzt.

7 · Danach

Nach vier bis sechs Wochen sollten wir kurz sprechen. Dann zeigt die Messtabelle, ob die Richtung stimmt, und die Ration lässt sich nachjustieren.

Fütterung ist kein einmaliger Beschluss. Heu wechselt, Arbeit ändert sich, Pferde werden älter.

Vor Ort oder online

Wir kommen in Ihren Stall und sehen uns Pferd, Heu und Fütterung an. Wenn das zu weit ist, geht die Beratung auch online — dann brauchen wir Fotos, Maße und Ihre Futtermittel-Etiketten.

Noch zu ergänzen: Preise für die Futterberatung

Vorbereitung,
Plan und Grenzen

Was Sie vorbereiten sollten

Die Verpackungen aller Futtermittel — oder Fotos der Rückseiten mit den vollständigen Inhaltsangaben. Das ist die wichtigste Vorbereitung überhaupt. Ohne Deklaration lässt sich ein Produkt nicht bilanzieren, und wir setzen es dann nicht auf null, sondern weisen es als „nicht bewertet“ aus.

Eine Heuanalyse, wenn vorhanden. Beim Calcium reicht die dokumentierte Spanne für Heu von 1,6 bis 19,4 Gramm je Kilogramm Trockensubstanz — ohne Analyse rechnen wir mit einem Mittelwert, der auf Ihr Heu zutreffen kann oder auch nicht.

Aktuelle Blutwerte, wenn welche vorliegen, sowie tierärztliche Befunde und Diagnosen.

Gewogene Mengen. Wiegen Sie einmal ab, was tatsächlich in den Trog kommt — Kraftfutter, Heu, Zusätze. Der Unterschied zwischen gefühlten und tatsächlichen Kilo ist fast immer erheblich.

Was in Ihrem Plan steht

Der Plan ist ein zusammenhängendes Dokument, kein Zettel mit Mengen. Er enthält die Ausgangslage mit Vorgeschichte und Zielsetzung, alle erhobenen Maße, die Untersuchungsbefunde vom Pferd, die vollständige Auswertung der bisherigen Ration, die neue Ration mit Begründung für jede Änderung, Hinweise zur schrittweisen Umstellung, einen Futterzettel zum Aufhängen in der Futterkammer und eine Messtabelle für die Verlaufskontrolle.

Geschrieben ist er in normaler Sprache. Fachbegriffe stehen gesammelt am Ende — für das Gespräch mit Ihrem Tierarzt, der sie erwartet.

Jede Zahl im Plan trägt ihre Herkunft. Werte aus einer Analyse sind als solche gekennzeichnet, Werte aus Tabellen ebenso, und wo weder das eine noch das andere vorliegt, steht das offen da.

Wogegen jeder Vorschlag geprüft wird

Bevor eine Ration freigegeben wird, läuft sie gegen feste Grenzen. Diese Prüfung ist keine Formalie — sie ist der Grund, warum ein Plan überhaupt verlässlich sein kann.

Raufutter-Untergrenze: mindestens 1 kg Grobfutter je 100 kg Lebendmasse. Darunter drohen Magengeschwüre, Koliken und Stereotypien.

Stärke je Mahlzeit: höchstens 1 g je kg Lebendmasse. Darüber gelangt unverdaute Stärke in den Dickdarm — Dickdarmazidose, Kolik und Hufrehe sind die Folgekette.

Stärke je Tag: höchstens 2 g je kg Lebendmasse.

Calcium zu Phosphor: Zielverhältnis rund 2 zu 1. Unter 1 zu 1 entzieht der Körper dem Knochen Calcium.

Zucker und Stärke bei Stoffwechselpferden: unter 10 % der Trockensubstanz der Gesamtration.

Verletzt ein Vorschlag eine dieser Grenzen, wird er nicht freigegeben — auch dann nicht, wenn er rechnerisch sonst aufgeht.

Was wir ausdrücklich nicht tun

Wir stellen keine Diagnose. Bei Nieren- und Lebererkrankungen, PPID, PSSM, Hufrehe und akuten Magengeschwüren erstellen wir keinen eigenständigen Diätplan, sondern setzen eine tierärztliche Vorgabe in eine Ration um. Das ist eine Zuständigkeitsfrage, keine Vorsicht.

Wir verkaufen kein Futter. Es gibt keine Marke, an der wir verdienen, und keine Provision. Wenn ein Produkt in Ihrem Plan steht, dann weil die Rechnung es hergibt.

Wir setzen fehlende Werte nicht auf null. Eine Null in einer Nährstoffbilanz sieht aus wie ein Mangel und provoziert eine Ergänzung. Fehlt ein Gehalt, weisen wir aus, was gesichert nachweisbar ist — als Untergrenze.

Wir versprechen keine Ergebnisse. Ob eine Ration wirkt, zeigt sich am Pferd über Wochen. Deshalb gehört die Messtabelle zum Plan und ein Gespräch nach vier bis sechs Wochen dazu.

Vor Ort oder online — was sich unterscheidet

Vor Ort sehen wir das Pferd, tasten die Palpationspunkte ab, beurteilen den Ernährungszustand mit der Hand statt nach Foto und nehmen die Maße selbst. Wir sehen außerdem den Stall: wie gefüttert wird, wie das Heu aussieht, wie lange die Fresspausen wirklich sind.

Online läuft dieselbe Systematik, aber die Erhebung übernehmen Sie: Fotos von beiden Seiten und von hinten, die Maße nach Anleitung, Fotos der Futtermitteletiketten. Das funktioniert gut, wenn die Unterlagen vollständig sind — und schlecht, wenn sie es nicht sind.

Für ein Pferd mit unklarem Befund, für ein altes Pferd mit Kauproblemen und für einen Fall, bei dem der Ernährungszustand strittig ist, empfehlen wir den Termin vor Ort.

Häufige Fragen

Muss mein Pferd bei Ihnen stehen?

Nein. Die Futterberatung findet in Ihrem Stall statt oder online.

Was sollte ich vorbereiten?

Die Verpackungen aller Futtermittel — oder Fotos der Rückseiten mit den Inhaltsangaben. Dazu, wenn vorhanden, eine Heuanalyse und aktuelle Blutwerte. Je mehr davon vorliegt, desto weniger muss geschätzt werden.

Warum ist eine Heuanalyse so wichtig?

Heu ist kein standardisiertes Futter. Beim Calciumgehalt reicht die publizierte Spanne von 1,6 bis 19,4 Gramm je Kilo Trockensubstanz — Faktor zwölf. Beim Zucker ist es nicht anders. Bei einem stoffwechselkranken Pferd ist der Zuckergehalt des Heus der wichtigste Wert überhaupt, und er lässt sich nicht schätzen.

Bekomme ich etwas Schriftliches?

Ja, einen ausführlichen Futterplan: Ausgangslage, Maße, Untersuchungsbefunde, die Auswertung der bisherigen Ration, die neue Ration mit Begründung, einen Futterzettel zum Aufhängen und eine Messtabelle für die Verlaufskontrolle.

Was ist, wenn Angaben fehlen?

Dann steht das im Plan. Fehlende Nährstoffgehalte werden nicht auf null gesetzt — das würde einen Mangel vortäuschen, den es vielleicht nicht gibt. Stattdessen wird ausgewiesen, was gesichert nachweisbar ist.

Ersetzt die Beratung den Tierarzt?

Nein. Bei Nieren- oder Lebererkrankungen, PPID, PSSM und Hufrehe setzen wir eine tierärztliche Vorgabe in eine Ration um, statt einen eigenen Diätplan zu erstellen.

Wie lange dauert ein Termin?

Rechnen Sie mit einem ausführlichen Termin am Pferd. Die eigentliche Rechenarbeit und das Schreiben des Plans passieren danach.

Wogegen wird die neue Ration geprüft?

Gegen feste Grenzen: mindestens 1 kg Grobfutter je 100 kg Lebendmasse, höchstens 1 g Stärke je kg Lebendmasse und Mahlzeit sowie 2 g je Tag, ein Calcium-Phosphor-Verhältnis um 2 zu 1 und bei Stoffwechselpferden unter 10 % Zucker plus Stärke in der Trockensubstanz der Gesamtration. Wird eine Grenze verletzt, geht der Vorschlag nicht raus.

Verkaufen Sie auch Futter?

Nein. Es gibt keine Marke, an der wir verdienen, und keine Provision. Wenn ein Produkt in Ihrem Plan steht, dann weil die Rechnung es hergibt.

Was, wenn ein Produkt keine vollständige Deklaration hat?

Dann fragen wir beim Hersteller nach. Ein Mischfutter muss gesetzlich nur Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche ausweisen — Stärke und Zucker gehören nicht zwingend dazu. Ohne diese Werte lässt sich die Mahlzeitengrenze nicht prüfen.

Woher stammen Ihre Referenzwerte?

Aus den Empfehlungen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie von 2014, den Merkblättern 275 und 287 des Vereins Futtermitteltest, den Empfehlungen der LUFA Nordrhein-Westfalen und Coenen/Vervuert. Jeder Wert trägt bei uns einen Status; ungeprüfte Werte werden nicht verwendet.

Was passiert nach vier bis sechs Wochen?

Dann sollten wir kurz sprechen. Die Messtabelle zeigt, ob die Richtung stimmt, und die Ration lässt sich nachjustieren. Fütterung ist kein einmaliger Beschluss — Heu wechselt, Arbeit ändert sich, Pferde werden älter.